Tiefe Zinsen: Mit SARON-Hypotheken sparen | key4.ch

Tiefe Zinsen: Mit der SARON-Hypothek sparen

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21.04.2021 | 3 Minuten

Obwohl die Zinsen seit Anfang des Jahres gestiegen sind, liegen sie weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Wer sich in dieser Zeit für den Kauf einer Immobilie interessiert, könnte deshalb zu dem Schluss kommen, dass gerade jetzt alles für eine Festhypothek spricht. Schliesslich sagt einem die Intuition: «Diese niedrigen Zinsen, die muss ich mir doch langfristig sichern.»

Tatsächlich aber trügt in diesem Fall die Intuition. Statt zur Festhypothek raten Finanzexperten gerade jetzt zu einer anderen Hypothekenform für kostenoptimierende Hypothekarnehmer: «Die Geldmarkthypothek bleibt gemäss den Zinserwartungen des Schweizer Finanzmarkts die kostengünstigste Finanzierungsform», meldet der von der UBS herausgegebene «Zinsausblick für Hypothekarnehmer» (März 2021). Je nach persönlicher Situation, kann natürlich auch ein Mix aus SARON und Festhypothek Sinn ergeben.

Das Stichwort ist diesem Zusammenhang lautet SARON. Der Swiss Average Rate Over Night ist ein wichtiger, täglich publizierter Schweizer Referenzzins. Die meisten Banken in der Schweiz bieten basierend auf dem Referenzzinssatz SARON zeitlich unbefristete und dadurch sehr flexible Hypotheken an, wobei sich die Angebote von Anbieter in ihrer Ausprägung unterscheiden können. Der quartalsweise fällige Zins folgt 1:1 dem Referenzzins. Um den Zinssatz für die jeweilige Periode zu bestimmen, bietet die SIX den Referenzzinssatz «Compounded SARON» an. Er wird aus dem Durchschnitt der täglich aufgezinsten SARON-Sätze berechnet. Damit ist das Produkt transparent. Die Fachleute sprechen von so genannten Geldmarkthypotheken – im Gegensatz zu den Festhypotheken, deren Zins eben «fix» ist.

SARON-Hypothek: Zinsen sparen

Wenn die Schweizerische Nationalbank die Zinsen über Jahre tief hält, profitieren auch die SARON Hypotheken von diesem attraktiven und tiefen Zinsumfeld. Für Festhypotheken trifft dies ebenfalls zu, jedoch muss bedacht werden, dass jede zusätzliche Sicherheit kostet. Die Zinsen für Festhypotheken liegen in aller Regel höher als die Zinsen im Geldmarkt (SARON).

Blick in ein Gebäude der Schweizer Börse SIX.
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Fakten sprechen für Geldmarkt

Geldmarkthypotheken – früher Libor Hypotheken – kennen wir in der Schweiz schon seit den 1990er-Jahren. Wer sich einmal dafür entschieden hat, wurde reichlich mit Kosteneinsparungen belohnt. Machen Sie den Kostenvergleich: Die durchschnittlichen Zinsen von Festhypotheken lagen in den meisten analysierten Zeitabschnitten rund doppelt so hoch wie diejenigen des Geldmarkts.

Selbst wenn die Marktzinsen temporär schwanken, haben die meisten Kunden mit den entsprechenden Produkten ihren Entscheid nie bereut. Das bestätigt auch eine Nachkalkulation der Schweizer Nationalbank (SNB), die bis ins Jahr 2007 zurückreicht: Bei 95 Prozent der beobachteten Zinsen konnten Schuldner mit Krediten im Geldmarkt sparen (im Vergleich zum langfristigen Durchschnittzins von Festhypotheken).

Eine SARON-Hypothek funktioniert so, dass der Kundenzins jeweils am Ende jeden Quartals festgesetzt wird. Um die Berechnung müssen Sie sich nicht selbst kümmern, das übernimmt die Bank. Da der SARON eine objektive, jederzeit überprüfbare Grösse darstellt, ist das Produkt transparent und zuverlässig.

Die grösstmögliche Flexibilität

Was spricht für eine SARON Hypothek, wenn ohnehin kurze wie längere Kreditlaufzeiten günstig sind? Das Produkt an sich bietet noch weitere Vorzüge: Anders als bei der Festhypothek müssen Sie bei diesem Modell keine mehrjährige Verpflichtung eingehen. Und falls Sie sich doch dazu entscheiden sollten aufgrund steigender Zinsen oder persönlicher Lebensumstände lieber zu einer Festhypothek zu wechseln, können Sie dies bei key4 SARON Hypothek innerhalb weniger Arbeitstage tun.

Fassen wir zusammen: SARON-Hypotheken sind die richtige Wahl, wenn alle Vorzeichen auf anhaltend tiefe oder sogar noch sinkende Zinsen stehen. Festhypotheken sind passend, wenn Sie sich gegen einen potentiellen Anstieg der Zinsen absichern wollen. Dabei kommt es immer auch auf ihre individuelle Situation an:

  • Was ist die voraussichtliche Haltedauer der Immobilie? Ist Ihnen Flexibilität wichtig?
  • Was ist Ihr eigenes Risikoprofil und Ihre Risikobereitschaft?
  • Wie gross ist der finanzielle Spielraum in der Tragbarkeit der Finanzierung?
  • Welches persönliche Interesse an der aktiven Bewirtschaftung der Hypothek besteht? Und wie steht es generell um die Kenntnisse der Geld- und Kapitalmärkte?

SARON-Hypotheken eignen sich, wenn Sie mit gewissen Schwankungen, insbesondere kurzfristige Zinsansteige, finanziell tragen können und sich gerne mit dem Geschehen auf dem Geld- und Kapitalmarkt auseinandersetzen und verfolgen. Unsere key4 Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne, um das für Sie passende Hypothekarmodell zu finden.

Ausblick

Seit der Einführung von Negativzinsen im Jahr 2015 bewegt sich auch der SARON im negativen Bereich. Für diesen Fall gilt ein Zins von null Prozent als Basis der Hypothek, zuzüglich einer individuellen Marge. Der verbesserte Ausblick für die US-Konjunktur hat im Februar zu einem deutlichen Zinsanstieg geführt, aber angesichts der vorsichtigen Zentralbanken dürften hierzulande die Zinsen von Regierungsanleihen und die Hypothekarzinsen kaum mehr weiter steigen, auch wenn in anderen Teilen der Weltwirtschaft der Aufschwung greifbar wird. Sowohl die eingetrübte Konjunktur als auch die Geldpolitik der Notenbanken deuten auf weiter niedrige Zinsen hin.

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