Energie-Check: schnell zur CO2- und Energiebilanz | key4.ch

Energie-Check: im Handumdrehen zur CO2- und Energiebilanz

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10.11.2022 | 6 Minuten

Zu den wichtigsten Hausaufgaben rund um Immobilien gehört es, die längerfristige Erneuerung zu planen. Im Zeichen der aktuellen Energiekrise zahlen sich praktisch alle energetischen Optimierungen aus. Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Verbesserung der CO2-Bilanz sollten daher jetzt angegangen werden.

Energiecheck: einfach und unkompliziert

Um Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern einen ebenso einfachen wie zuverlässigen Zugang zu einer Bestandesaufnahme ihres Renditeobjekts zu ermöglichen, wurde in Zusammenarbeit mit pom+ der Energie-Check entwickelt. Bereits einige grundlegende Angaben zur Liegenschaft reichen aus, um den Status quo zu beurteilen und Sanierungsvarianten aufzuzeigen. Hilfreich ist ein Benchmark gegenüber dem restlichen Gebäudepark in der Schweiz. Wer die Risiken minimieren und die Ertragskraft der eigenen Immobilie längerfristig erhalten will, sollte jetzt handeln. Mit einer klugen Planung und längerfristigen Massnahmen lassen sich zeitgemässe und nachhaltige Lösungen umsetzen. Wir haben ein Gespräch mit Dr. Johannes Gantner, Head of Service Unit Sustainability bei pom+, geführt, um noch mehr zum Rechner, zu seinen Vorteilen und den Unterschieden zu anderen Tools zu erfahren.

key4: Herr Gantner, was ist der konkrete Nutzen des Energie-Checks? Weshalb ist jetzt der Moment gekommen, den Energieverbrauch und die CO2-Bilanz eines Gebäudes zu checken?

Die gesetzlichen Vorgaben werden sukzessive verschärft. Das gilt sowohl für den Bund als auch für die Kantone. Früher oder später wird es zu einer neuen Vorlage eines CO2-Gesetzes kommen. In der Praxis sehen wir, dass es der Wertentwicklung schadet, wenn Eigentümerinnen und Eigentümer nicht rechtzeitig handeln. Es führt zu einem Wertverlust ihrer Immobilien, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen.

Ist es nicht ohnehin so, dass alle Liegenschaften in grösseren Zeitabständen umfassend erneuert werden müssen?

Ja. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Gebäuden steht heute vor einem grösseren Erneuerungszyklus. Damit sind umfangreiche Investitionen gemeint, etwa die Verbesserung der Gebäudehülle, neue Fenster und oft auch die Umrüstung der Heizung. Jedes Gebäude durchläuft diese Entwicklung. Es ist wichtig, dass möglichst viele Eigentümerinnen und Eigentümer noch vor 2030 die nötigen Schritte einleiten. Die Schweiz hat sich ja dazu verpflichtet, bis 2030 die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 50 Prozent zu reduzieren. Wer jetzt zuwartet, muss damit rechnen, dass es später teurer wird.

Weshalb?

Was jetzt unterlassen wird, muss nachgeholt werden. Die Anforderungen an Gebäude steigen laufend. In Etappen gilt es, bis 2050 die übergeordneten Ziele der Schweizer Klimapolitik zu erreichen. Das heisst, dass wir in Richtung «Zero Emission» gehen.

Welche Gebäude sind einem höheren Risiko von Wertverlusten ausgesetzt? Solche auf dem Land?

Für unsanierte Gebäude gilt ganz generell, dass sich deren Wert ungünstiger entwickelt als der Gesamtmarkt. Das trifft auch auf städtische Lagen zu. Auf dem Land müssen wir berücksichtigen, dass der Mietmarkt noch mehr hineinspielt. In ländlichen Regionen, wo die Leerstände höher sind, kann ich die notwendigen Investitionen vielleicht gar nicht oder nur teilweise auf die Mieten umlegen. Dazu kommt, dass sich der Nettoertrag für Eigentümerinnen und Eigentümer verschlechtert, wenn die Nebenkosten bzw. die Energiepreise sehr stark anziehen. Auf dem Land kumulieren sich damit mehrere Effekte, die den Ertragswert einer Liegenschaft schmälern.

Was ist der konkrete Nutzen des Energie-Checks?

Ganz unabhängig vom Alter und vom Zustand der Liegenschaft und davon, ob ich rasch oder erst in drei Jahren sanieren will: Der Eigentümer, die Eigentümerin muss eine Bestandsaufnahme vornehmen und mit der Planung beginnen. Der Energie-Check liefert dazu einen Bericht und eine Einschätzung zum Zustand der Liegenschaft. Dieser Report stellt ganz klar einen Mehrwert dar. Es geht uns darum, dass alle Eigentümerinnen und Eigentümer damit Zugang zu einem niederschwelligen Instrument haben, bereits einige wenige Angaben zur Liegenschaft genügen dafür. Der Energie-Check liefert gestützt darauf eine erste Einschätzung der Immobilie. Weiter zeigt das Tool unter anderem zwei Sanierungsvarianten auf, inklusive Kostenschätzung.

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Braucht es nicht manchmal noch eine genauere Analyse durch eine Fachperson vor Ort? Oder einen offiziellen Bericht nach dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK Plus)?

Der Gebäudeenergieausweis ist zweifellos eine gute Sache und liefert wesentliche Informationen. Wir stellen aber fest, dass die Hürden in der Praxis relativ hoch sind. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer zögern, oder manchmal fehlen Unterlagen oder detaillierte Zahlen zum Energieverbrauch. Genau hier setzt der Energie-Check an. Es genügen bereits wenige Angaben, um eine erste Standortbestimmung für das Hausdie Immobilie zu erhalten. Der Eigentümer, die Eigentümerin wird sich dann in einem zweiten Schritt genauer damit auseinandersetzen müssen, was weiter zu klären ist und welche Vorgehensweise Sinn macht.

Was muss sich ein Laie unter dem Energie-Check vorstellen? Mit welchen Daten oder Kalkulationen arbeitet dieses Tool?

Zum einen fliessen Gebäudedaten von über 10 000 Immobilien in der Schweiz ein. Zum anderen helfen uns gewisse Standardmodule weiter. Wer zum Beispiel den bisherigen Verbrauch an Heizöl einer Liegenschaft kennt, kann damit die CO2-Emissionen des Gebäudes ermitteln. Dann arbeiten wir natürlich mit anerkannten Zahlen, welche die Einsparungen aufzeigen, die mit Sanierungen, Umrüstungen und Heizungswechseln erzielt werden können.

Wie sind die Feedbacks in der Praxis? Sind viele Eigentümerinnen und Eigentümer überrascht, dass der Sanierungsbedarf grösser ist, als sie vermutet haben?

Es kommt tatsächlich immer wieder vor, dass manche glauben, es würde eine Art Pinselrenovation genügen. Dabei ist aus fachlicher Sicht klar: Wenn wir die längerfristigen Ziele bei der Reduktion von Treibhausgasen erreichen wollen, können wir es bei Liegenschaften nicht bei Einzelmassnahmen bewenden lassen. Es braucht grössere Investitionen, die aber auch etappiert werden können.

Zum Interviewpartner

Dr. Johannes Gantner Head of Service Unit Sustainability beim Beratungsuntemehmen pom+ in Zürich

Dr. Johannes Gantner ist Head of Service Unit Sustainability beim Beratungsunternehmen pom+ in Zürich. Er hat an der Universität Stuttgart Bau- und Umweltnaturwissenschaften studiert und kam 2018 als Senior Consultant zu pom+. Seit 2019 leitet er die Abteilung Nachhaltigkeit. Zudem verfügt er über einen Master in Nachhaltiger Energiewirtschaft und Energietechnik.

Energie-Check: jetzt Daten erfassen und auswerten

Der Energie-Check von key4 by UBS und pom+ kann bequem von zu Hause aus durchgeführt werden. Es genügen einige wesentliche Angaben zur Liegenschaft, etwa das Baujahr, die Adresse, die vermietbare Fläche und die Art der Nutzung. Im Idealfall sind zusätzlich Verbrauchsdaten für Heizung, Warmwasser und Strom vorhanden.

20-seitiger Report

Als Resultat erhalten die Nutzerinnen und Nutzer einen 20-seitigen Report. Er ermöglicht einen direkten Vergleich zum sonstigen Gebäudebestand in der Schweiz, ist also ein Benchmark zur Standortbeurteilung ihrer Immobilie. Weiter zeigt der Bericht zwei Sanierungsvarianten und deren Kostenfolgen auf. Anhand der Szenarien lässt sich errechnen, wie sich die Energiebilanz und der ökologische Fussabdruck bei den CO2-Emissionen verbessern würden. Ersichtlich sind auch konkrete Betriebsoptimierungen, Verbesserungen und Erneuerungen am Gebäude und an der Energietechnik.

Die Weichen stellen

Der Energie-Check liefert damit wesentliche Informationen, um die Ausgangslage richtig zu erfassen und die nächsten Schritte zur Klimaneutralität vorzubereiten. So leisten Hauseigentümerinnen und Investoren einen wichtigen Beitrag in der Klimapolitik und tragen entscheidend zur langfristigen Rentabilität des Immobilieninvestments bei.

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